Was kann bei einer Flughafenanreise schiefgehn?

Dienstag, 12.01.2016

Vieles...
Dies ist ein Live-Bericht, geschrieben im Flugzeug unmittelbar nachdem es passiert ist. Eine kleine Odyssee von New Delhi Railway Station nach Indhira Ghandi International Airport Terminal 3.

Ein Taxi für 400 Rupien (6 Euro) bezahlen, wenn ich mit der 3-Tageskarte der Metro umsonst hinkomme? Na dann auf gehts. Boarding endet 5:45, erste Metro fährt um 4:45 und braucht 20 Minuten hin, also was kann schiefgehen?

Schiefgang 1: Keine Ahnung ob die Metro letztendlich wirklich um die Zeit gefahren ist, das Gate (bzw. DIE Gates, ich war an allen 3. Mehrmals. Und am Bahnhof. Nix.) zur Metro macht jedenfalls erst um 5 auf...also um 4:43 zur Not in eine Rikscha und für 500 Rupien zum Terminal gefahren.

Schiefgang 2: Der Fahrer ist wie immer flott gefahren und war sogar schon um 5:05 am Terminal. Beziehungsweise 2,3 km davor. Von hier würde ein Bus fahren, der in "2 Minutes" kommt. Er selbst hat keine Erlaubnis, bis zum Terminal zu fahren.

Schiefgang 3: Auf dem Busfahrplan stand 5 Uhr und 6 Uhr - es war 5:09. War der 5-Uhr-Bus schon da? Würde mich wundern in Indien. 2.3 km sind andererseits auch schnell zu Fuß erledigt. Angesichts des Boarding-Endes in 35 Minuten wollte ich nichts riskieren und habe mir mit einem Chinesen ein Taxi geteilt (bin also nochmal 100 Rupien ärmer geworden).

Schiefgang 4: Gepäck musste ich keines aufgeben, Online Check-In war erledigt und Boarding Pass auf dem Smartphone gespeichert. Damit bewaffnet also ab zum Security Check. 5:19 . Dem Mitarbeiter meine Waffe hingehalten, und er lehnte ab. Ich brauche ein Papierticket. Aber er hat ja recht....wo soll er sonst seinen Stempel draufmachen? Wenn da jeder mit Smartphone daherkommen würde, wäre ja sein Job gefährdet (der ausschließlich darin besteht, einen Stempel mit dem aktuellen Datum auf den Boarding Pass zu drücken). Also zurück zum Check-In, Papierticket geholt und bis 5:28 wieder brav gewartet, um zur Durchsuchung antreten zu dürfen. Meine 200ml Sonnencreme haben sie wie in Goa nicht beanstandet, mein Taschenmesser wurde mir ebenda bereits abgenommen, kann also nix mehr schiefgehen.

Schiefgang 5: "Follow here for Gate 27-67". Uff...doch etwas größerer Flughafen hier. Gehzeit laut Schild: 2-15 Minuten. Toll. Es ist 6:32. Aufgrund der bisherigen eher nicht reibungslos abgelaufenen Bemühungen, so schnell wie möglich im Flieger zu sitzen, rechnete ich mit 15 Minuten und bin gesprintet.

Glückfall 1: Gate 41 war zum Glück nicht soooo weit entfernt und somit wurde bereits um 5:36 mein Ticket gescannt. 9 Minuten zu früh. Mist. Hätte ich doch 9 Minuten länger im Bett bleiben können.

Bangalore. Gelandet. Ich grinse, sitze im Taxi und freue mich so richtig, " zuhause" zu sein. Für 2 Wochen. Dann geht es zurück nach Deutschland. Freu freu freu.

Jetzt erstmal hoffen, dass nicht das komplette Zimmer verschimmelt ist, und dann ausschlafen. Voller Angst sehe ich dem Mensa-Essen ins Auge, welches mit der sonst sehr guten Küche (vor allem in Goa) eher weniger mithalten kann. Aber wie gesagt: Nur noch 2 Wochen.

Update: Juhu. Nichts verschimmelt. Sogar der 2 Monate alte Apfel war noch essbar. Es sieht alles exakt so aus wie ich es verlassen habe (da ich das Zimmer sehr hektisch verließ, sieht es aus als ob ich nie weggewesen wäre). Die befürchtete Staubschicht blieb auch aus. Nur meine Socken, die seit 1 Monat zum trocknen hängen, haben einiges vom Straßenverkehr abgekriegt und wollen erneut gereinigt werden. Zum Schlafen bin ich zu aufgeregt, ich werde wohl meine TODO-Liste abarbeiten.

1 Monat ohne PC und Tastatur zu sein ist auch seltsam. Man verlernt zwar Tippen und Maus bedienen nicht wirklich, aber die ersten paar Minuten ist es sehr ungewoht. Auch die Größe des Bildschirmes ist erstmal beeindruckend.

Es ist soweit: I mog hoam

Freitag, 08.01.2016
Neulich war es soweit. Ich sagte den Satz, von dem ich glaubte, ihn deutlich früher zu sagen: Ich will nach Hause. Keine Tour von Delhi nach Kolkata mehr, kein Varanasi, nada - einfach nur heim. So bald wie möglich, noch im Januar gehts zurück.

Schuld war, dass ich krank wurde. Der indische Klassiker, den ich schonmal hatte. Durchfall, Erbrechen, starke Kopfschmerzen, Fieber - und das alles wenn man 6h mit dem Auto unterwegs. Auch wenn es mir nur 1 Tag so richtig scheiße ging (ein großes Dankeschön an das Wundermittel Ibuprofen, ohne das ich bewegungsunfähig gewesen wäre), war der Punkt erreicht: Ich hab die Schnauze voll und ich will so schnell wie möglich nach Hause, nach good old Germany.

Hygienisch, sauber, geregelter Straßenverkehr ohne Sterbewahrscheinlichkeit von gefühlten 50%. Zwar auch weg vom Schlaraffenland, wo selbst teuer immer noch günstig ist. Aber zurück zu Freunden, zur Familie, zur schnellen, stabilen und vor allem drosselfreien Kabelverbindung (Mobilfunk ist ein anderes Thema - da ist uns selbst Indien voraus). Zu bayrischem Bier, hausgemachten Kuchen, Schnitzel, Salat, Schinken, umfangreiches Käsesortiment, trinkbares Leitungswasser (ein Luxus, der wenigen bewusst ist), anständige Pizza, von der man auch satt wird.

Es gibt vieles, was ich mittlerweile vermisse. Und was ich schon ewig (seit meiner Abreise im Juli) nicht mehr gemacht habe. Klavier spielen. Auto fahren. Kochen. Ski fahren. Musik mit Lautsprechern hören. Geschirr abwaschen. Miete bezahlen. Die Liste ist wohl noch länger und auch wenn ich auf die letzten beiden verzichten könnte, freue ich mich auf all die anderen Dinge.

Unsere Tour an sich ist nichtsdestotrotz fantastisch. Das Essen, die Burgen und anderen Bauwerke, die Landschaft...aber das ständige ein- und auspacken fast jede Nacht und tägliche stundenlange Autofahren zehrt an den Nerven und somit sind alle trotz der schönen Zeit wieder froh, heimzukehren.

Ich werde in Bangalore bzw dann zuhause versuchen, von der Reise zu berichten. Natürlich nicht in dem Umfang wie bei meinen ersten Reiseberichten, aber das Wichtigste sind ja Bilder und davon habe ich genug. Ich habe schon ein bisschen Angst davor, die Unmengen an Daten zu ver- und bearbeiten, aber als Ergebnis möchte ich eine kurzweilige Diashow haben, welche ich nicht nur für mich selbst als Erinnerung behalten kann.

Bis bald! :)

Bisheriges Fazit: Fantastisch

Mittwoch, 30.12.2015
Ich habe soeben meinen Text veröffentlicht, den ich am 25. Dezember im Auto auf dem Weg zum Flughafen geschrieben habe (bitte zuerst lesen). Jetzt sitze ich auf der Dachterasse unseres Hotels und habe ENDLICH Zeit und genug Internet gefunden, um zu posten und Bilder hochzuladen.

Der Trip bisher ist fantastisch. Sowohl die Reise in Südindien mit Teeanbaugebiet, Nationalpark und Hausboot als auch die Woche Urlaub in Goa als auch der bisherige Trip in Rajasthan. Zur Orientierung für die Erdkundefans (am Handy leider keine Bildunterschriften möglich… also greife ich auf primitive Überschriften zurück):

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Bild 1 war von 11. Dezember bis 25. Dezember und Bild 2 von 25. Dezember bis 10. Januar. Derzeit befinde ich mich bei G (Pushkar). Hier möchte ich erstmal ein paar Fotos der bisherigen Reise veröffentlichen, Text gibt es dann bei Gelegenheit...

Tee, Tee und Tee in Munnar;
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Safaaari:

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Auf dem Foto seh ich richtig schlank aus (nebem dem Elefanten, Nähe Periyar Wildlife Sanctuary):
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Ästhetische Spinne:
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Hausboottour in Alleppey
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Unsere Unterkunft in Goa direkt am Meer:
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Unsere Hütte im Detail:
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Unser Strand:
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Nicht unser Strand, aber der schönste den ich gesehen habe:
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Unser Strandrestaurant hat uns hervorragend bekocht, 0.33er Bier gabs für unter 1€ (keine Alkoholsteuer in Goa - im Laden für 30 Rupien zu kaufen, in Bangalore für 90):
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Und nachträglich allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Wir hatten sogar einen eigenen Christbaum mit Lametta (auch wenn früher mehr Lametta war):
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Von Rajasthan kann ich bisher kaum Bilder zeigen, da ich die Bilder bisher nur auf meiner Kamera habe und ich mit meiner Handykamera Kartoffel kaum Bilder mache. auf alle Fälle ist es ziemlich kalt, erst recht wenn man bei über 30° mit T-Shirt und kurzer Hose in Goa ins Flugzeug einsteigt und abends bei 14° in Delhi mit derselben Kleidung aussteigt.

Taj Mahal war beeindruckend, aber auch viele andere Bauwerke. Vor allem mein Bruder ist von den Jahrhunderte alten Forts und Gebäuden begeistert. Davon werden wir auch morgen in Udaipur und nächstes Jahr in Jodhpur und Jaisalmer genug sehen. Dann gehts nach Bikaner auf einen Kamelritt in die Wüste, wo wir in Zelten übernachten. Dann die Hauptstadt Delhi besichtigen und danach verlassen mich meine Gefährten, und ich muss mich entscheiden, was ich mache und wann ich meinen Rückflug in die Heimat antrete.

Entschuldigung und kurzer Zwischenbericht

Freitag, 25.12.2015
Ich muss mich entschuldigen. Ich habe es nichtmal geschafft, einen Entschuldigungsbeitrag zu schreiben, dass ich die ausstehenden Berichte (Sonntag von Hampi und Wochenende an die Ostküste nach Chennai und Pondicherry) nicht mehr schreiben kann. Dennoch widme ich mich kurz aktuellen Ereignissen - wenn auch nur sehr kurz, da ich am Handy schreibe (gefundene Tippfehler dürfen also behalten werden). Stand dieses Beitrags ist 25. Dezember. Internet ist sowohl über Mobilfunk als auch über Hotel-WLAN meist extrem schlecht, sodass an Bilder hochladen kaum zu denken ist.

Mittlerweile habe ich mit meinem Bruder, seiner Freundin und Max den "Great Trip" angetreten. Wir waren bisher in Munnar (Teeanbaugebiet), Periyar Wildlife Sanctuary und haben eine wunderschöne Woche im Paradies verbracht: In Goa an einem abgelegenem Strand, wo sich inklusive uns vier maximal 10 Personen gleichzeitig befanden.

Jetzt geht es mit dem Flugzeug von Goa nach Delhi (2000km Schiene/Straße am Stück ist in 32 Tagen einfach nicht drin und auch kaum günstiger). Dort angekommen holt uns unser Fahrer ab und fährt uns direkt nach Agra, sodass wir morgen bereits Indiens berühmtestes Wahrzeichen Taj Mahal besichtigen. Den Fahrer haben wir für 2 Wochen und gemeinsam mit ihm und einem Guide legen wir in Rajasthan (ein Bundesstaat) 3000km auf der Straße zurück. Das ist zwar keine abenteuerliche Backpacktour mit Zug und Bus, aber zu viert ist es auch schwierig, immer die  nötigen Tickets zu besorgen, die oft Monate vorher ausverkauft sind. Dafür erleben wir Rajasthan sehr intensiv und sehen so ziemlich alles, was sehenswert ist.
Planung war trotz der "Komfortlösung" mit Guide und Fahrer angesagt. Die Reiseroute und Fahrstrecke habe ich selbst bestimmt, 11 Unterkünfte für 16 Nächte sind bereits gebucht, für das detaillierte Sightseeing etc. brauchen wir uns nicht kümmern.
Mehr schreibe ich, wenn ich wieder Zugang zu einer ordentlichen Internetverbindung und Tastatur habe. Auch wenn der Abschied vom Paradies wehmütig war, freuen wir uns schon auf die kommende Tour.

Ausflug 03 - Steine wie Lego, Tempel aus vergangener Zeit und Feuerlauf

Sonntag, 08.11.2015

Was, Ausflug 03 erst? Ich habe schon so viel erlebt in Indien, dass es mir wie Ausflug 30 vorkommt. Aber gut, ist ja auch schon über 2 4 Wochen her und dazwischen war Ausflug 04 ans Meer - von dem ich noch gesondert berichten werden.

Wie ich gerade bemerke, hat es einen großen Vorteil, Blogeinträge erst 2 Wochen später zu schreiben: Mir fällt nicht mehr jedes Detail ein und kann mich daher auf das Wichtigste beschränken. Am 22. Oktober (Donnerstag) ging die wilde Nachtbusfahrt gen Hampi los, und endete mit Erleichterung am nächsten Morgen. Die Busfahrten sind eigentlich das schlimmste auf den Ausflügen, was durch die Mischung aus Straßenverhältnissen (schlecht), ständiges Gehupe und Fahrstil des Fahrers , und Zustand des Busses (Stoßdämpfer erfüllen ihren Zweck, Stöße zu dämpfen, nicht) - letzteres wird natürlich durch ersteres noch verstärkt. Aber da muss man durch.

Was ist/war Hampi? Von etwa 1343 bis 1565 war Hampi die Hauptstadt des Hindu-Königreiches Vijayanagar. In dieser Zeit war Hampi eine der reichsten und größten Städte weltweit, ehe es von Muslimen eingenommen wurde, die einiges zerstört haben. Unabhängig davon ist aber vieles in sehr gut erhaltenem Zustand (manche Sachen sahen trotz 600 Jahre Alter besser als moderne indische Gebäude aus). Mit der atemberaubenden, zerklüfteten Steinlandschaft, in die die bis zu 1000 Jahre alten Tempel und Steinbauten hineingebaut wurden, ist Hampi heute verdient UNESCO Weltkulturerbe. Ich dachte mir mehrmals "Ich will hier nicht mehr weg".

Es ging also um 6 Uhr gleich ins Hotel und dann - von wegen schlafen! - um 8 gleich auf große Hampi-Tour. Direkt am Busbahnhof hatte uns ein Riksha-Fahrer namens Prince zum Hotel gefahren (dieses befand sich in Hospet, eine staubige 200000 Einwohner-Stadt 13km südlich von Hampi). In seinem "Kofferraum" seiner Riksha hatte er einen Subwoofer und seitlich Lautsprecher eingebaut. Dieses Soundsystem hatte ordentlich Wumms, was er uns mit Seeed (von denen ich nicht erwartet hätte, in Indien bekannt zu sein) lautstark demonstrierte. Jedenfalls hat er uns das Angebot gemacht, uns Hampi zu zeigen. Da er sehr freundlich und gut drauf war und sogar verständlich Englisch sprechen konnte, willigten wir ein. So fuhren wir ein Bauwerk nach dem anderen ab. Ich versuche, alle hier per Foto zu zeigen, allerdings fällt mir nicht mehr zu allen der Name oder die Geschichte ein - falls doch, ist dies in der Bildunterschrift vermerkt.

Vor der Sightseeing-Tour erstmal lecker und... ...gemütlich im Liegen auf niedrigen Tischen früstücken. Ganesha (Mann mit Elefantenkopf) ist einer der bekanntesten und wichtigsten Hindu-Götter. Die ehemaligen Elefantenställe, für mehr Infos einfach... ...diese Tafel lesen Viele Bauwerke sollen der Königin das Leben angenehmer machen. Die Bauform dieses Bauwerks begünstigste den Windzug,... ...war also quasi eine der weltweit ersten klimatisierten Räume, wo die Königin sich ausruhen konnte. Das Bad der Königin von außen,... ...und von innen. Ganz schön protzig für eine einzige Person. Für mehr Infos... ...lese man diese Tafel. Eine Art Pyramide. Oben befand sich mit 35qm der 'Partyplatz' des Königs. Für mehr Informationen......lese man diese Tafel.

  Eine der berühmten Wasserbecken - mir kam sowas aus dem Film 'The Dark Knight Rises' bekannt vor, das ist aber deutlich größer als das hier abgebildete.  Auf dem Weg zum Vijaya Vittala Tempel...  ...und direkt davor ein relativ bekanntes Steinauto, welches trotz der Größe schon vor Jahrhunderten sogar fahren konnte (aber natürlich nicht von selbst). Rechts 'KIng's Balance' . Jedes Jahr wurde der König dort mit Diamanten und Edelsteinen gegengewogen und diese Menge an die Armen verteilt. Zunehmen kann also richtig teuer sein. Aus weiter Ferne konnte man einen Berg mit roten Stufen sehen. Den werden wir am nächsten Tag bestiegen haben.

Das waren die Highlights am Freitag. Wobei sich das Highlight der Reise in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 3 Uhr ereignete. Der Rikschafahrer erzählte uns abends von einem jährlich stattfindenen Fest, wo Menschen barfuß übers Feuer laufen. Hörte sich interessant an und wir sagten zu, dass er uns um 2 Uhr abholen soll. Bei unserer Ankunft waren schon sehr viele Leute da, das (ziemlich große) Feuer in einer Grube brannte auch schon. Auf dem "Damm" der Grube (und eigentlich überall: Hausmauern, Dächer, etc.) tummelten sich dicht gedrängt Dutzende Menschen, jeder wollte einen guten Platz für das Spektakel. Wir als weiße Touristen wurden von den Einheimischen herzlich aufgenommen und einer hat uns immer durch die Leute geschoben, damit wir auch ja den besten Platz haben. In Hampi als Backpackerzentrums Indiens sind die Leute Touristen gewohnt, wahrscheinlich übernachten mehr dort als es Einheimische gibt. In Hospet, wo das Event stattfand, hat der Großteil der anwesenden Bevölkerung aber wohl das erste Mal überhaupt Europäer gesehen. Dementsprechend waren wir sehr vielen "Where are you from?"s, Händcheschütteln (NUR mit Rechts!) und Fotos ausgesetzt. Dafür gehören wir jetzt zu den wenigen Touristen - wenn nicht sogar zu den einzigen - die dieses Fest miterleben durften. Dafür gibt es kein Plakat, keine Tripadvisor-Empfehlung und auch im Lonely Planet - wo deutlich irrelevantere Feste erwähnt werden - ist darüber nix zu finden.

Jedenfalls dauerte es noch einige Zeit, bis es endlich losging. Die verkohlten, dicken Baumstämme mussten erst aus dem Feuer gehieft werden, was professionindisch mit nassen Lappen und einer Stange mit Eisenhaken erledigt wurde. Ich weiß nicht, wie viele Einsatzkräfte der Feuerwehr und Sanitäter in Deutschland für so eine Veranstaltung gesetzlich vorgeschrieben wären. Die Anzahl von jeweils 0 dürfte es auf alle Fälle übersteigen. Nicht einmal ein Eimer Wasser für den Notfall stand bereit. Als Deutscher plant man da einfach zu weit in die Zukunft. Andererseits wurde beides nicht benötigt, also alles richtig gemacht.

Schließlich kam dann der weißgekleidete Guru und mit viel Applaus ging er über die glühenden Kohlen. Zu dieser Praktik gibt es sogar einen Wikipediaeintrag, in dem erklärt wird, warum man sich dabei im Allgemeinen nicht wehtut:

https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerlauf

Das liest sich zwar alles recht "einfach" und mag beim ersten Mal drüberlaufen noch stimmen, aber so wie DIE das betrieben haben, war der Trick wohl eher: Es tut verdammt weh. Nach dem Guru haben sich immer mehr Leute getraut und sind über das Feuer spaziert. Schließlich wurde das riesige und schwere "Heiligtum" mit 6 Personen durch das Feuer getragen - und spätestens da kann ich mir nicht vorstellen, dass das alle unbeschadet überstanden haben. Die kläglichen Versuche, das ganze photografischper Mobiltelefon festzuhalten, seht ihr hier. Im Video (werde ich mal hochladen, wenn ich gutes Internet habe) sind der Guru und auch einige andere Leute zu sehen, die sich getraut haben:

So sah das ganze vorher aus... ...und dann wurde drübergelaufen. Der Guru mit dem 'Heiligtum' - komplett aus echten Blütenblättern! Wir waren definitiv nicht allein, aber definitiv die einzigen Touristen.

Nach dieser unglaublichen Nacht fingen wir mit dem Sightseeing erst gegen 11 Uhr an. Es ging auf die andere Seite des Flusses, zum Hanuman Temple Hill (die roten Stufen sah man am Vortag schon von weitem). Da es nur wenig Brücken gibt, mussten wir erstmal 45 km mit der Rikscha (natürlich mit Prince, unserem coolen Rikschafahrer) dorthin fahren:

Unsere Partyrikscha am Stausee, wo wir bei 35° Hitze erstmal... ...eine Abkühlung brauchten. Gemütlich in den Tag: Nach dem Baden war Essen und ein kühles Bier angesagt.So sah die Treppe dann von nah aus.

Wenn auch nicht unbedingt erforderlich, haben wir unsere Schuhe vorm Besteigen der Treppen ausgezogen. Es war allerdings recht angenehm, oben angekommen barfuß auf den Steinen rumzuhüpfen.

  Atemberaubende Aussicht.Deutschland ist überall :)

 Auf dem Hügel konnte man Stunden verbringen. Wie Super Mario auf den Felsen rumhüpfen, die Landschaft, die Menschen, die Affen beobachten, den Sonnenuntergang bewundern.

Dann gings auch schon bei Dunkelheit zurück. Nach dem stressigen Freitag war es ein gelungener, gemütlicher Samstag.

Den Sonntag werde ich bei Gegenheit hinzufügen. Teile des Berichts habe ich schon vor 2 Wochen geschrieben, den Rest heute (22.11.2015). Auch den Bericht von der Ostküste bin ich euch noch schuldig cry . Ich hoffe das geht sich noch aus, vor der großen Reise.

Forsetzung folgt...

Kurzbericht

Donnerstag, 29.10.2015

Ich möchte hier lediglich erwähnen, dass letztes Wochenende (23.-25. Oktober) ein Ausflug stattgefunden hat. Es ging nach Hampi, wo so ziemlich jeder Rucksacktourist in Indien vorbeikommt. Es war echt wahnsinnig schön und es waren Momente dabei, wo ich mir dachte "Ich will nie wieder nach Hause" (allerdings gab es auch gegenteilige Momente, beispielsweise auf der Busfahrt zurück nach Bangalore).

Zugegeben, ich hatte die Tage keine Lust, die 600 Fotos auszusortieren, aufzubereiten und einen passenden Bericht dazu zu schreiben. Deswegen bitte ich euch um etwas Geduld.

Da ich bald wieder Projekte, Präsentationen und Klausur habe, nutze ich die Zeit und fahre dieses Wochenende gleich wieder weg. Es geht an die Ostküste nach Chennai/Madras und in die ehemalige portugiesische Kolonie Pondicherry. Und ich fahre das erste Mal Zug in Indien :) . Deswegen habe ich am Wochenende ebenso keine Zeit, von Hampi zu berichten.

Ich hoffe, dass ich nächste Woche motiviert bin, um beide Ausflüge umfassend zu dokumentieren. Bis dann!

Nandi Hills und Shivajinagar: It's photo time!

Donnerstag, 22.10.2015

Nandi Hills

Am Sonntag letzter Woche (11.10.2015) war ich wie bereits erwähnt mit dem Fotoclub in Nandi Hills - eine Hill Station mit schönem Ausblick. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, und es war alles sehr trüb.

Aber alleine die Hinfahrt (1,5h) bzw. das danach war wieder mal ein Erlebnis. Wir sind schon um 3 Uhr morgens gefahren, um uns mit dem Bus früh genug in die Warteschlange einzureihen. Die Warteschlange bestand aus hunderten - gefühlten tausenden - Autos und vor allem Motorrädern. Die Straße öffnete schließlich um 6 Uhr und alle sind wie ein Geschwader wilder Wespen die engen Serpentinen der Passstraße hinaufgedüst. Für Deutsche wieder mal unfassbar, nicht in Worte und kaum in Fotos zu fassen.

Passstraße, keine Autobahn Parkplatz

 

Oben angekommen hatte man dann einen bewölkten, aber doch schönen Ausblick:

Fotografisch boten sich eher die dort lebende Tiere an:

Nach einem hervorragendem Dosa zum Mittagessen machten wir uns gegen 12 Uhr wieder auf den Heimweg. Auf der Stadtautobahn hielt der Bus plötzlich an. Der Fahrer öffnete die Abdeckung unter der Schaltung (dort hat man Zugang zum Motor), stieg aus und hat vorne am Bus (dort hat man auch Zugang zum Motor) etwas rumgeschraubt, dann wieder unter der Schaltung und dann fuhren wir auch schon weiter. Keine Ahnung was gefehlt hat, aber anscheinend reichte das Know-How des Busfahrer aus, um keine 5 Minuten später wieder weiterfahren zu können.

Zuhause angekommen bestätigte sich erneut, dass ich vom Faultier abstamme. Da die Nacht dank der frühen Abfahrt extrem kurz war, schaffte ich es, 19h zu schlafen - dann musste ich zur Vorlesung.

Alles in allem ein recht schöner und lustiger Ausflug, wo ich auch neue Leute kennengelernt habe (und mir teilweise sogar die Namen gemerkt habe!).

 

Shivajinagar

Die Woche darauf (18.10.2015) ging es erneut mit dem Fotoclub auf einen Ausflug - diesmal innerhalb Bangalore, in den Stadtteil Shivajinagar, wo sich zahlreiche Händler und kleine "Geschäfte" dicht aneinanderreihen. In einer Straße sah es aus wie auf einem Schrottplatz - dort konnte man jedes noch so alte Teil für typisch indische Autos kaufen. Tachometer, Zahnräder, ganze Motorblöcke. Ein Mann war damit beschäftigt, mit Hammer und Meißel ein Unfallauto (davon gibt es in Indien genug) komplett zu zerlegen. Weiter vorne sagten die Händer sehr harsch "NO PHOTOS!!". Mir wurde erklärt, dass diese viele gestohlene Autoteile verkaufen und daher über etwaige "Beweisfotos" nicht sehr erfreut sind.

Es gab wirklich alles - nur nichts neuwertiges. Autotüren,... ...Tachos... ...bei Autos scheinen Inder sehr umweltbewusst zu sein und recyclen... ...so ziemlich alles, was man rausholen kann - und sei es mit Hammer und Meißel. Hier ist die Hehlerabteilung, wo Fotos so gut es ging verhindert wurden.

Neben diesen wenig anspruchsvollen Dokumentarfotos habe ich mich auch dem eigentlichen Zweck des Ausflugs - Street Photography - gewidmet. Da ich sowas noch nie gemacht habe, war es etwas schwierig. Man braucht viel Geduld (welche bei mir kaum existent ist) und muss den richtigen Moment abwarten. Außerdem muss im richtigen Moment dann natürlich die Kamera richtig eingestellt sein. Zusätzlich ist mir immer unwohl, Menschen (die in der Street Photography eine zentrale Rolle spielen) einfach so ungefragt zu fotografieren und es kann passieren, dass man dann erklären muss, dass man nicht von der Presse ist, das Foto nicht veröffentlicht wird und man deshalb kein Geld hergibt. Viele sind aber auch scharf drauf, fotografiert zu werden, was dann aber die Szene kaputt machen kann, wenn alle grinsend in die Kamera gucken.

Fürs erste Mal sind die Ergebnisse nicht schlecht, aber natürlich verbesserungswürdig. Zum Glück geben die Tutoren des Fotoclubs viele Tipps, was man anders machen könnte. Ihr könnt gerne konstruktive Kritik und/oder Lob in den Kommentaren hinterlassen. Apropos, nur weil man mit mir über Whatsapp und andere Kanäle kommunizieren kann, heißt es nicht, dass man nicht trotzdem mal einen Kommentar schreiben kann. Ich freue mich auch über Kommentare von Menschen, die nicht mit mir verwandt sind wink .

Contrasts in India Without title Garage Smiling

Wer schon immer mal wissen wollte, was Nachbearbeitung aus einem Foto rauskitzeln kann, dem möchte ich das Original-Bild der Garage präsentieren.

Unbearbeitetes JPG der Kamera

Komplett unbrauchbar - total unterbelichtet und man erkennt überhaupt nichts. Allerdings habe ich ausschließlich die RAW-Datei bearbeitet, also nicht aufwändig mit dutzenden Ebenen und anderen Tricks das Foto verändert, sondern nur "entwickelt" und zugeschnitten. Das war auch damals bei analogen Filmkameras im Labor möglich, daher bezeichne ich das nicht als "cheaten". Nichtsdestotrotz sollte man schon beim Schießen des Fotos auf eine angemessene Belichtung und Komposition achten.

So, das wars vorerst von mir. In 1h habe ich eine 5-minütige Präsentation mit meinem Teamkollegen, der zwar in Sachen Verlässlich- und Pünktlichkeit nicht punkten kann, dafür fachlich einiges drauf hat, von daher sollte das klappen.

Heute Nacht geht's per Sleeper-Bus mit Max und Alex (ich will immer Max und Moritz schreiben *grml*) zu Ausflug Nummer 03. Das Ziel ist Hampi. Diese Stadt war im 15. Jahrhundert eine der reichsten und größten (500.000 Einwohner) weltweit. Die Ruinen und zum Teil gut erhaltenen und immer noch genutzten Gebäude sind in eine atemberaubende Felslandschaft gebaut. Ein Top-17-Ziel des Lonely Planets und somit wollen wir Indien nicht verlassen, ohne dieses UNESCO-Weltkulturerbe besucht zu haben. Als weiteres Abenteuer werden wir auf der Rückfahrt das erste mal Indien in vollen Zügen genießen - wenn wir von Wartelistenplatz 46 so weit nach vorne rutschen, dass wir mitfahren dürfen.

Wie toll es wirklich aussieht, werde ich dann nächste Woche berichten.

Skrillex, Wasserfälle und Meditieren in einer Pyramide

Dienstag, 13.10.2015

Wie versprochen, gibt es einiges zu berichten. Vorweg möchte ich mich allerdings nochmal für das Abschiedsgeschenk bedanken, ich habe es endlich aufgehängt. Deutlisch schöner als die dreckige graue Betonwand und dank der Unterschriften vergesse ich eure Namen nicht tongue-out:

Viva Bavaria

Skrillex

Skrillex war zum ersten Mal in Indien und hat Konzerte in Bangalore (Donnerstag, 8. Oktober), Mumbai, Delhi und Hyderabad veranstaltet. Max, Michael (ein anderer Deutscher, mit dem ich bisher aber noch nicht sooo viel gemacht habe) und ich haben uns spontan dazu entschlossen, dort hinzugehen. Wem Skrillex kein Begriff ist: Er war früher Sänger einer Hardcore-Band, ehe er mit diversen Elektro-Remixen aus dem "Dubstep"-Genre sein Geld verdient hat (dass Genre-Kenner die Musik anders einordnen, macht die Sache hier unnötig kompliziert).

Auf alle Fälle waren viele Inder sehr aufgeregt, ihr Idol endlich live erleben zu dürfen. Als Deutsche sind wir, was Konzerte und Festivals anbelangt, sehr verwöhnt - jede mehr oder weniger bekannte (Rock-)Band legt bei Touren fast immer ein paar Stops in Deutschland ein. Bis sich ein Künstler dazu entscheidet, eine Welt-Tournee inkl. Indien zu machen, bedarf es einige Zeit.

Die Stimmung war dementsprechend selbst beim Vorvorvor-DJ ausgezeichnet - unglaublich, wie viel Energie die meisten in Tanzmoves gesteckt haben, obwohl der Haupt-Act noch weit entfernt war und das Gelände noch relativ leer. Mit der Zeit wurde es aber ziemlich voll - es war ein Open Air und es dürften so 15.000 Leute dagewesen sein. Bei einem Kartenpreis von 30€ müsste es sich also für den Veranstalter finanziell gelohnt haben. Apropos finanziell: Bierpreise wie im Supermarkt smile . 0,5l Bier, welches im Supermarkt 140 Rupien kostet, gab's dort für 150 Rupien (2€). Außerdem ein gutes System: man musste neben der Bar Wertmarken kaufen, die man dann in Getränke eintauschen konnte - so reduziert sich die Wartezeit und für die Barkeeper ist es deutlich angenehmer, nicht immer Geld kassieren und Wechselgeld zurückgeben zu müssen.

In der Schlange vom Einlass (der 1,5h später als angegeben war - das ist in Deutschland aber auch nicht anders) haben wir einen Inder getroffen, der alleine hier war und somit das ganze Konzert mit uns verbrachte. Die "Selfie-Wut" in Indien ist wie in anderen Teilen Asiens exorbitant ausgeartet - bei jedem Song wollte er ein Foto mit uns. Hatte allerdings den Vorteil, dass ich euch jetzt ein paar Fotos zeigen kann :P .

  Gegen Ende hin war alles voll... VorDJ mija - Frau mit türkisen Haaren Auf diesen Moment haben alle gewartet Party hard!

Shivanasamudra Falls

Am Samstag ging es mit Max und Alex zu den "Shivanasamudra Falls" - Wasserfälle, die bei Einheimischen recht bekannt sind (jeder sagte mir dass er da auch schon war), bei Touristen eher weniger. Sie befinden sich irgendwo im nirgendwo, wodurch es keinen Bus gab und wir erstmals ein Auto mit Fahrer mieteten. Dank Google Maps klappte das wunderbar. Trotz einiger riskanter Überholmanöver (die ich aber schon von Kind an gewohnt bin) brachte uns Vinod überall hin und auch sicher wieder nach Hause. Die 300 km haben uns inklusive sehr großzügigem Trinkgeld (ein Rechenfehler meinerseits) 60€ gekostet - und der Fahrer war über 12h unterwegs. Aber nun das Wichtigste - die Bilder des Ausflugs (in den Unterschriften befinden sich wieder wichtige Informationen):

Unser Gefährt hatte sogar eine Klimaanlage, was bei Temperaturen von ca. 30° und hoher Luftfeuchtigkeit auch dringend nötig war.  Kurzer Zwischenstop auf der dreistündigen Fahrt, die sich allerdings... ...mehr als gelohnt hat. Die Gaganchukki Falls (vorheriges und jetziges Bild) sind nur von der Aussichtsplabttform sichtar. Weiter ging es zu den Barachukki Falls, die man......neben einer Aussichtsplattform......über einige Stufen......von unten aus bestaunen kann. Mit dem kleinen Boot wurde man direkt an die Wasserfälle geschifft (gut dass wir Badehosen dabeihatten).Es wurlte nur so, vor allem......im Wasser war der Bär bzw. der Inder los. Aber nicht nur Inder warfen sich in den Whirlpool......auch ich hatte eine Abkühlung nötig (neben mir ein Zufallsinder).Ein kleines Bauerndorf auf der anderen Seite des Flusses Leider habe ich mir einen furchtbaren Sonnenbrand geholt - Sätze wie 'ach ich brauch keine Sonnencreme' werde ich in Zukunft vermeiden.

Danach besichtigten wir noch "Pyramid Valley", weil es auf dem Weg lag und wir noch Zeit hatten. Dabei handelt es sich um ein kleines Dorf mit der weltweit ersten und größten Meditationspyramide - 30 Meter hoch, 50x50 Meter Grundfläche, Platz für 5000 Leute. Laut dem Flyer ist meditieren in einer Pyramide 3x kraftvoller. Und tatsächlich spürte man eine Art Magie im Inneren. Es war absolut still da drin, wie in einem schallisolierten Raum. So wenig habe ich in Indien noch nie gehört. Ich habe zwar noch nie meditiert, aber die Tipps auf dem Flyer halfen ein bisschen und es war wirklich sehr entspannend, einfach mal da zu sitzen und nichts zu hören.

  Geländeplan Von innen sah sie noch viel größer aus - leider no photos.

Rund um die Pyramide ist ein "Campus" mit ein paar Seen inklusive Bambusbrücke, Grünflächen und Gebäude angelegt, wo es Essen und Unterkünfte gibt. Man kann auch an mehrwöchige Meditationskursen teilnehmen. Insgesamt hatte das ganze eine Art sektenhaften Charakter. Dagegen spricht, dass nirgendwo Geld verlangt wurde. Selbst im Souvenirshop bekam man Postkarten quasi zum Einkaufspreis. Apropos - das finde ich toll an Indien: An anderen Orten steht man immer ewig am Ansichtskartenständer und weiß nicht, welche man jetzt nehmen soll. Hier bekommt man einfach 10-20 Stück in einem Umschlag für 50 Cent und hat das Best of des jeweiligen Ortes.

Am Sonntag ging es mit dem Fotoclub zum Nandi Hill. Davon werde ich in einem anderen Beitrag berichten. Ich will nicht schon wieder die 1000-Wörter-Marke knacken, also mache ich das ganze etwas spannender und ihr könnt in ein paar Tagen wieder vorbeischauen wink .

Lebenszeichen nach 75 Tagen: Prüfungen, Essen, Fotografie

Sonntag, 04.10.2015

Unglaublich. 75 Tage sind vergangen, seit ich indischen Boden betreten habe.Und noch unglaublicher - damit habe ich bereits mehr als die Hälfte meiner Universitätszeit hier hinter mir - 63 Tage verbleiben bis zur letzten Prüfung am 6. Dezember. Danach steht die große Indienrundreise an. Über 5000 km werde ich in 30 Tagen auf Indiens Straßen und Gleisen verbringen (Flugzeug ist für Anfänger) - mit freundlicher Unterstützung meines Bruders und seiner besseren Hälfte, die Indien und mich besuchen werden  . Danach schau ma mal, dann seng mas scho - wahrscheinlich werden 2000 weitere Kilometer folgen, ehe ich meine Heimreise irgendwann im Februar antrete. Erstaunlich, dass der Flug nach Hause damit "nur" genauso lang ist wie der "Great Trip".

Apropos zuhause, Heimweh habe ich bisher nicht verspürt. Es geht mir immer noch ausgesprochen gut hier. Allerdings sorgen modernste Kommunikationsmittel (Whatsapp, Telefon) dafür, dass man sich sowieso nie so richtig "weit weg" vom deutschen sozialen Umfeld befindet - man kann ja jederzeit mit jeder Person in Kontakt treten.

Der September war leider ein extrem langweiliger Monat - wie man im Blog auch sehen bzw. nicht sehen kann. Andere Orte als mein Zimmer, die Mensa und das Fakultätsgebäude habe ich kaum besucht. Von einem Ausflug ganz zu schweigen. Also gibt es im Oktober einiges nachzuholen - und innerhalb von 4 Tagen habe ich auch schon mehr erlebt als im ganzen September.

Für alle, die sich gewundert haben, ob ich überhaupt studiere: Ja, und ich muss sogar Zeit dafür investieren. Ich musste eine Präsentation halten - 45 Minuten, um ein Research Paper vorzustellen. So lange Vorträge begegnen mir im deutschen Unialltag allerhöchstens bei der Masterarbeit. Habe das ganze trotzdem gut hingekriegt.

Apropos lang - das war auch die Prüfung am Samstag - open book, open time (OBOT). Man durfte sämtliche Dokumente mitbringen und verwenden - was aufgrund der Paper (2 pro Woche) ein ganz schöner Haufen war. Zusätzlich standen Laptops zur Verfügung, auf denen Vorlesungsfolien und Paper ebenso eingesehen werden konnten. Klingt einfach? Naja, der Nachteil an dieser Prüfungsform ist, dass die Fragen recht schwer sind und ein extrem tiefes Verständnis des Stoffes vorhanden sein sollte. Schließlich kann man nicht nach billigen Definitionen ("Nennen Sie 4 Eigenschaften von Datenbanken") fragen, die im Skript stehen. Das Studieren der Paper (die ein fleißiger Student natürlich alle schon während des Semesters gelesen hat  ) während der Prüfung ist sehr zeitaufwendig, wodurch die lange Bearbeitungszeit von 7,5h gerechtfertigt ist. Traurig zu sagen, dass ich trotzdem nicht "fertig geworden" bin, nach über 7 Stunden Prüfung fehlt aber einem sowieso allmählich die Motivation, etwas aufs Papier zu bringen.

Nur ein kleiner Teil sind Vorlesungsfolien - der Rest Research Paper Der kleine Tisch (am Stuhl befestigt) bereitete zusätzliche Probleme

An diesem anstrengenden Tag wollte ich mich mit guten Essen belohnen - und so sind Max und ich zu Barbeque Nation gefahren - eine Empfehlung meines indischen Betreuers. Nach quälenden 45 Minuten durch Bangalores Verkehr waren wir endlich angekommen. Und es hat sich mehr als gelohnt. In jeden Tisch ist ein Schacht eingebaut, in den bei Ankunft ein heißer Grill hineingestellt wird. Die Kellner servieren anschließend diverse (bereits fertig gegrillte) Fleisch- und Fischspieße. UNLIMITED! Am Tisch steht eine knickbare Fahne, und solange man die oben lässt, so lange wird man mit Essen versorgt. Zusätzlich zu den Spießen versorgten uns die Kellner mit Hähnchenschenkel, Lammröllchen und Kartoffeln mit feurig-cremiger Soße (ich habe selten so gute Kartoffeln gegessen). Ihr kennt bestimmt den Zeichentrickfilm "Asterix erobert Rom", in dem Asterix und Obelix 12 Aufgaben meistern müssen (sehr zu empfehlen ist übrigens die bayerische Version des Films). Während der Kellner in Aufgabe 6 ein Gericht ums andere serviert (unter anderem einen Ochsen und einen ganzen Elefanten), zeigt sich Obelix nach dieser "Vorspeise" unbeeindruckt. EXAKT SO habe ich mich dort gefühlt (ich war allerdings sehr beeindruckt und im Gegensatz zum Film hat sich auch allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt).

Und tatsächlich wird dieser Vorgang "Starter" genannt - danach konnte man sich noch am Buffet austoben. Dort gab es grünen Salat, Suppen, Lamm, Chicken Wings, Fisch, Reis, Nudeln und diverse vegetarische Gerichte. UNLIMITED! Wer danach noch nicht satt war (so wie ich ), konnte einen Gang zum Nachspeisenbuffet wagen, wo frische Früchte, vier verschiedene Kuchen, Mango- und Vanilleis angeboten wurden. Wem das immer noch nicht reichte, der konnte ein Kufli bestellen - ein Fruchteis am Stiel, welches mit verschiedenen Soßen und Streuseln garniert wird.

Zum anbeißen :P Gegrillte Garnelen, Fisch, verschiedene Hühnchen, und vieles mehr... Kufli

Und wenn man DANN meint, genug gegessen zu haben, bringt einem der Kellner überraschenderweise einen "Welcome to Barbeque Nation"-Kuchen, den Max und ich trotz vereinter Kräfte dann doch nicht komplett geschafft haben (wurde aber eingepackt und mitgegeben). Die Rechnung ging mit ca. 13€ pro Person (achja, Wasser war auch UNLIMITED inklusive - der Kellner hat nach JEDEM Schluck das Glas wieder aufgefüllt) in Ordnung. Wir haben wohlgemerkt ZWEI STUNDEN in dem Restaurant verbracht und gegessen. Nächstes Mal werden wir den "Starter" nicht so früh abbestellen, da das Buffet zwar auch gut, aber im Vergleich zum Grillgut nicht so fantastisch war.

Am nächsten Tag (heute) war erneut frühes Aufstehen angesagt - 8 Uhr. Ich bin beim IISc Photography Club dabei, der mir in mehreren theoretischen Vorträgen (bisher 2, weitere folgen) näher brachte und bringt, was ich bisher noch nicht wusste. Heute war die erste praktische Übung auf dem Campus, die sehr viel Spaß gemacht hat. Außerdem habe ich den manuellen Modus schätzen gelernt, der mir bisher meist zu umständlich war. Hier ein paar Ergebnisse:

Wuff! Mother and daughter  Insekt in Blüte  

 

Weitere praktische Kurse sind in zwei Wochen Bangalore (Stadtleben) und nächstes Wochenende in Nandi Hills (Sonnenaufgang, Landschaftsaufnahmen). Die nächsten Blogeinträge werden also frequentierter sein. Ich möchte mich bei meiner treuen Leserschaft bedanken - anscheinend haben täglich über ein Dutzend Leute vergeblich nach einem neuen Blogeintrag gesucht. Aber keine Sorge - dieses Mal werde ich euch nicht so lange warten lassen.

Ausflug 02 - Palast, Seide und der beste Dosa aller Zeiten

Dienstag, 01.09.2015

Namaste!

Wie "versprochen" werden meine Berichte weniger. Ich hätte zwar über den botanischen Garten in Bangalore, den wir vorletztes Wochenende besucht haben, schreiben können. Allerdings gibts da eigentlich nur Bilder zu zeigen, dazu werde ich wohl demnächst mal einen Flickr-Account einrichten. Leider habe ich es geschafft, mit einer defekten Speicherkarte die Kontakte der Kamera zu verbiegen, wodurch sie auf diesem Trip zhause bzw. in der Reparaturwerkstatt bleiben musste (habe einen autorisierten Service vom Hersteller gefunden, was gar nicht sooo einfach war weil Google in Indien nicht immer die besten Ergebnisse liefert). Da Innenaufnahmen aber sowieso immer verboten waren und auch Max eine Kamera hat, war es mal ganz angenehm, kein Kilo Tasche + Kamera am Hals baumeln zu haben.

Der Ausflug mit den Indern, wie vor 3 Wochen versprochen, fiel aufgrund von "Kommunikationsschwierigkeiten" ins Wasser. Deswegen haben Alex, Max und ich kurzfristig selbst was geplant - es ging am Freitag, dem 28. August nach Mysore, ca 150 km südwestlich von Bangalore. Diese Stadt ist bei Touristen ziemlich beliebt - auch der Lonely Planet findet sie so sehenswert, dass er sie in seiner 6-Monats-Rundreise berücksichtigt.

Nach 3h Busfahrt (Ankunft 11:30) buchten wir zuerst für Samstag die 12-stündige Stadttour des KSTDC (staatliches Reisebüro), checkten im Hotel ein und suchten ein geeignetes Restaurant, das unseren Hunger stillen kann. Die Wahl fiel auf ein exklusives 4-Sterne-Hotel, wie sie bestimmt auch in Deutschland zu finden sind. Das dort angebotene Mittagsbuffet war köstlich und bot mal etwas anderes als Reis (wobei es den auch gab). Zum Beispiel italienische Nudeln mit Käse-Sahne-Soße - das gibts hier normalerweise nicht. Auch die verschiedenen Hühnchengerichte (ohne Knochen!) waren sehr lecker. Außerdem grüner Salat (!), Brokkolicremesuppe (Brokkoli ist hier sehr teuer und deshalb eine exklusive Spezialität), und sogar noch ein Nachspeisenbuffet mit Mangocreme (oh war die lecker), Schoko-Windbeutel und Kuchen. Insgesamt also ein sehr westliches Menü - genauso wie der Preis. Dieser war uns bis zur Rechnung unbekannt und somit waren wir das ganze Essen über gespannt, was so ein Luxusschuppen hier verlangt. Mit Getränk (eine Flasche Sprudelwasser kostet selbst im Hotel nur 70 Cent) waren es 10€ pro Person, was wir einen akzeptablen Preis hielten, auch wenn das in Indien natürlich als "very expensive" durchgeht.

Mysore ist bekannt für seine Seide, deswegen wollten wir zum staatlichen Laden, der verschiedenste Seidenprodukte anbot. Der Rikschafahrer fuhr uns zuvor aber noch in eine Seidenfabrik, die wohl eher als Geheimtipp durchgeht. Man registriert sich kurz am Eingang, und darf dann (Eintritt frei) auf dem Werksgelände rumlaufen. Der Rohstoff wird durch die Kokons der Seidenraupe gewonnen. Er besteht aus einem einzigen Faden und ist in der Regel 400m lang (!). Diese Fäden werden bearbeitet und auf Spindeln gewickelt. Die motorbetriebenen, voll mechanischen Webstühle sind ein wahres Wunderwerk der Technik (siehe Bild). Im Prinzip wird nur eine Drehbewegung erzeugt, die über dutzende Übersetzungen dafür sorgt, dass am Ende der Stoff inklusive Muster herauskommt. Die Mitarbeiter müssen lediglich kleine Fehler beheben. Einige Mitarbeiter waren froh, auf Touristen zu treffen und versuchten mit Handzeichen, uns die Herstellungsprozesse zu erklären. Einer hielt sogar extra seinen Webmaschine an, um uns das ganze in "Slow Motion" zu zeigen. So richtig verstanden habe ich es trotzdem nicht . Manche konnten sogar englisch, aber in der Maschinenhalle war es verdammt laut. Man musste sich schreiend unterhalten, um was zu verstehen.

  So sieht so eine Webmaschine aus

Danach brachte uns er noch in einen Shop, der Räucherstäbe aus Sandelholz (ein ebenso für diese Region bekanntes, sehr teures Holz) und verschiedene Duftöle (Lotusblüte, Zitronengras, ...) und diverse andere Sachen für Geist und Seele anbot. Wir vermuteten, dass der Rikschafahrer Provision für unsere Einkäufe bekommt. Das hat sich führ ihn insbesondere bei dem staatlichen Laden für Seidenprodukte gelohnt (dort wollten wir aber sowieso hin, also hat er uns nicht dorthin "verschleppt"). Staatlich hat den Vorteil, dass der Laden Festpreise hat und man nicht über den Tisch gezogen wird. Dort konnte man sich Hemden aus 100% echter Seide maßschneidern lassen - für umgerechnet 40€. Nach der Bestellung (die wir erst am Sonntag abgeholt waren) war ich zuerst skeptisch, ob es eine gute Idee war, mir drei Stück zu kaufen. Als ich am Sonntag aber eines probierte, war meine kognitive Dissonanz sofort verschwunden - endlich mal ein gut sitzendes Hemd. Seide ist außerdem ziemlich leicht, knittert kaum, isoliert (im Sommer kühl, im Winter warm) und ist sehr angenehm zu tragen. Beim ersten Mal Waschen werde ich das Zeug wahrscheinlich verfluchen, aber bis jetzt bin ich zufrieden.

Viele bunte Stoffe standen zur Auswahl

Am Samstag ging es dann zur großen Kompletttour, die fast alles Sehenswerte in Mysore abdeckt. Man hätte sie auch von Bangalore aus starten können, allerdings lohnt es sich wirklich (alleine für die Seidenfabrik), für Mysore 2 Tage einzuplanen. Ich werde das wieder mit Bildern beschreiben. Noch ein Wort zu Eintrittsgelder: Es ist üblich, als Tourist wesentlich mehr als Einheimische zu zahlen. Also statt 5 Rupien 100, statt 50 200, etc. Da die Eintrittsgelder für das Gebotene trotzdem günstig blieben, machte uns das nicht sooo viel aus.

Jaganmohan Art Gallery - drinnen no photos. Herrlicher Ausblich vom Chamundi Hill. Der Tempel war hingegen langweilig und wir blieben nirgends stehen, um die Aussicht genießen zu können.Nicht nur in Bayern gibt es riesige Rindviecher. Im Hintergrund der Bulle von Nandi (ich wurde gerade mit roter Asche gesegnet)Im Sandmuseum gab es große Skulpturen sowohl indischer als auch......westlicher Kultur.Das Wachsfigurenkabinett (mit integrierter Musikinstrumentenausstellung) ist nicht mit Madame Tussaud vergleichbar, allerdings ist dies ein Hobbyprojekt einer einzigen Person. Bis auf einen Wadiyar (hinduistische Dynastie) und dem allseits bekannten Gandhi gab es auch keine berühmten Persönlichkeiten zu sehen.  Ein Stück Deutschland in Indien - die neogotische St. Philomena's Church, deren Architektur vom Kölner Dom inspiriert wurde. Die Größe des Palastes ist auf dem Foto nicht ersichtlich, wohl aber die Menschenmassen, die dorthin wollen. No photos - mit dem Handy wurde aber der ein oder andere Schnappschuss geduldet. Blick auf das Eingangstor Kuh, traditionell gekleidete Arbeiter, Reisfelder, Palmen - typisch indisch. Endstation Brindavan Gardens... ...Die meisten Pflanzen wurden leider erst gesetzt und blühen erst später. Abends wurden die Springbrunnen beleuchtet Ausblick vom Hotelzimmer

Am Sonntag wussten wir eigentlich nicht mehr, was wir anstellen sollen. Zuerst mal Ausschlafen und dann zum Frühstücken in ein ganz kleines "Restaurant". Diese suchen wir meistens auf tripadvisor aus und wurden bisher noch nicht enttäuscht. Im Vergleich zum Freitag (die teuerste Preisklasse) war das die billigste Preisklasse, was für den Geschmack aber komplett irrelevant ist. Der kleine Laden verkaufte ausschließlich DOSA (Reispfannkuchen ohne Ei) bzw Masala Dosa (mit würziger Kartoffelfüllung) für 35 Rupien. Und es war tatsächlich der beste Dosa den ich bisher gegessen habe. Ich vermute, dass er in Butter gebraten wurde, was ansonsten nicht gemacht wird - das macht das ganze natürlich viel schmackhafter und saftiger. Ich habe davon 3 gegessen und war pappsatt danach (man vergleiche die 700 Rupien für das Buffet am Freitag).

Weiter gings ins Eisenbahnmuseum, ein anderes nicht erwähnenswertes Kunstmuseum und "Warten auf den Bus" in einem Park. Dort habe ich mir eine Zeitung gekauft (kosten dort alle 7 Cent). Die Meldung mit den 71 toten Flüchtlingen in einem Transporter in Österreich war sogar dort zu lesen. Und ein Witz, der in Edinburgh als "Funniest Joke" ausgezeichnet wurde:

"I just deleted all the German names off my phone. It's Hans-free."

Yaaay Spielplatz! Ein alter Zug. Interessanter waren... ...die Inneneinrichtungen, denn als... ...hohes Tier ist man damals recht fürstlich unterwegs gewesen.

Alles in allem erneut ein schöner, aber anstrengender Ausflug mit vielen Sehenswürdigkeiten, gutem Essen und auch einer Menge Spaß. Die Heimfahrt dauerte aufgrund von ewigen Staus statt 2h ordentliche 5h, aber der Bus war zum Glück klimatisiert. Erstmals war es ein Reisebus wie bei uns, wo man durch die Frontscheibe rausgucken konnte. Auf der Autobahn sind Warnschilder aufgestellt - vergleichbar mit unseren "Achtung Rehe!" - nur mit Menschen. Und das traf auch zu. Ständig rannten Menschen über die Straße, da sich links und rechts davon Siedlungen und Verkaufsstände befanden. Ich hoffe, ich gewöhne mich irgendwann an den Straßenverkehr und sehe ihn als "normal" an. Obwohl ich schon 6 Wochen in Indien wohne, ist er immer noch eine Faszination für mich - eine Mischung aus Angst und Staunen.

Dieses Wochenende ist kein größerer Trip geplant, vielleicht machen wir einen Tagesausflug zu einem großen Wasserfall in der Nähe. Immerhin studiere ich hier ja auch (habe ich das eigentlich schon erwähnt?) und da die Vorlesungen fast immer eigene Präsentationen und Projektarbeiten beinhalten, bin ich mit meinen 2 Stück bald genügend ausgelastet.

Nach meiner Krankheit vor 2 Wochen hat es dieses Wochenende Alex erwischt und diese Woche Max - mit Fieber, Kopfschmerzen etc. die gleichen Symptome wie ich. Der bekannte Satz "Einmal erwischt es jeden" ist hiermit empirisch bestätigt.

Ich sehe das ganze positiv - die Wahrscheinlichkeit, nochmal krank zu werden ist dadurch geringer und das macht Mut, den Indienaufenthalt unbeschadet zu überstehen.

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